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Sun, 25 Sep 2005

Mein Wille als "der Wähler"

Nachdem die allseits beliebte Boulevard-"Zeitung" eine einzelne Person mit dem Personalpronomen dritte Person Plural feierte, werden auf allen Kanälen an die 47 Millionen Menschen mal schlichtweg als "der Wähler" (dritte Person Singular männlich) zusammengefasst. Während über die erste Variante noch herzlich gelacht wurde, so scheint sich über diesen Stumpfsinn vom gleichen Niveau niemand aufzuregen.

Was wollte ich denn, als der Wähler (Frauen wurde nach dieser Sprachvariante das Wahlrecht wieder abgesprochen)? Wie viel Prozent habt ihr denn bei den einzelnen Parteien hingeschrieben? Das muss ich mir mal für die nächste Wahl merken, auch eine nette Variante ungültig zu wählen.

Das Schlagwort "der Wähler" verschweigt aber, dass die Wahlen in der Bundesrepublik mehr mit Wetten auf Pferderennen gemeinsam haben, als mit freier Meinungsentscheidung. Lassen wir mal der Einfachheit halber die Manipulation durch Massenmedien, Lobbyisten und Populisten außer Acht.

Durch Fünf-Prozent-Hürde und Mehrheitswahlrecht bei der Erststimme stellt sich doch bei einigen die Frage auf, ist meine Stimme nicht verloren, wenn ich für diese Kleinstpartei stimme? Lohnt es sich überhaupt selber Initiative zu ergreifen? Da muss doch schon viel passieren, bevor sich so etwas wie die WASG gründet. Wie viele Stimmen landen dann bei einer der Parteien statt aus Überzeugung, nur um zu versuchen, eine andere Konstellation zu verhindern. Wahlen nach "Ja" oder "Nein" oder gar mit einer einzigen Ankreuz-Option haben tendenziell was von "Pistole auf die Brust" setzen. Einige meiner Freunde haben sich in letzter Minute doch noch für eine CDU-Verhinderungs-Strategie entschieden. Mensch spielt auf Platz statt auf Sieg.

Dabei ist die Idee von Prozentzahlen auf den Wahlzettel schreiben gar nicht mal so abwegig. Warum kann ich nicht einfach ein Differenziertes Meinungsbild abgeben. Mit der Partei gar nicht, die am liebsten und die nur ungern, aber lieber noch als die anderen. Zum Beispiel durch Rangfolgen. Mit Computern sollte auch das ausrechnen nicht so das Problem sein.

Aber bitte glaubt nicht, ich würde die parlamentarische Demokratie, nach dieser möglichen "Verbesserung", wieder für die Lösung alltäglicher Probleme nützlich halten.

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Wed, 24 Aug 2005

Oh, ihr geliebten Kommentare

Es war nur ein ganz kleiner, blöder Fehler, welcher nun behoben ist. Das schreiben von Kommentaren ist wieder möglich!

Bitte überfliegt nochmal meine letzten Blogeinträge, kehrt in Euch und schreibt dann all die Kommentera, die Euch in den letzten Wochen unter der Tastatur brannten. Ich habe Sie vermisst.

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Fri, 19 Aug 2005

Samstag, 13. August - Auf zum Flieger

Hektisches Einkaufen, Sachen erledigen (z.B. in Duisburg eine Kasette für Horch, die AZ Hörspielkneipe, ausleihen) und einpacken. Natürlich ist die Wäsche nicht trocken und das Reise-Cathering hätte auch ohne die selbstlose Hilfe von Lars nicht in den Zeitplan gepasst. Nach einer Kurzeinführung von Ronia in die administrativen Tiefen von Mailman und chaotischem abstimmen mit den n1_j4's via Jabber und Mobiltelefon, mache ich mich auf den Weg nach Hamm, dem Abfahrtsort unseres Flughafenexpresses (aka NachtZug).

In unserem Abteil sitzt noch ein extrovertierter Dresdener Dortmund (Fussball)-Fan, sowie ein stiller, stets lächelnder Mensch auf dem Weg nach Prag. Wir richten uns ein und ratzen, mehr oder weniger. Nick und Jan wird es zu ungemütlich und sie suchen sich in einem anderen Wagon ein Schlafgemach. Nur wenige Minuten nach dem sie zurückkehren, wird dieser und der Sfi-Fi-Style Schlafwagon abgekoppelt. Naja, nochmal Glück gehabt.

Völlig fertig, müde und verpeilt warten wir bis zum Check-In gegen 8 Uhr an den schnuckeligen Selbstbedienungs-Terminals, welche einen vorzeitigen Höhepunkt in der Rationalisierung eines Fluglinien-Betriebes darstellen. Das Sicherheits-Personal hat zuviel MacGyver und nimmt uns das Gaffer-Tape ab und nötigen mich, die Watte aus meinem Zippo wegzuschmeissen (natürlich außerhalb der gerade passierten Sicherheitskontrolle, welche ich gleich nochmal passieren darf). Entschädigt werden wir mit einem Retro "zu Fuß zum Flieger übers Rollfeld"-Flair. Aus dem Flieger nach dem kurzen Flug (1,2h vs. 8h Bahnreise zum Flughafen) über die Passkontrolle gleich in den Schnellbus nach Ljubljana gestolpert. Das "Ljuljana Aerodrom" liegt witzigerweise 25km nördlich von Ljubljana an einem ganz anderen Kaff.

In Ljubljana gleich evil-nn2 und Jesse getroffen. Ab hier wurde es für mich gemütlich (Zimmer, Pizza, Eis, schlafen) und euch würden Details langweilen. Abgesehen davon, dass ich Jesse's artistische Vorführung an den Querbalken gleich nachahmte, um meine nasse, mittlerweile leicht müffelnde Kleidung an den an der Decke verlaufenden Heizungsrohren aufzuhängen.

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Thu, 18 Aug 2005

Genderterror meets Ladyfest

War das eine coole Party. Jaja, Eigenlob stinkt, aber so "eigen" war es ja gar nicht. Wie kam es zu dieser Aktion eigentlich?

Ein paar Frauen von und um Störenfrieda, einer lokalen All-Girl-Punk-Band, sprachen Svenja an, ob wir nicht Lust hätten, ein Soli-Veranstaltung für das Ladyfest Bielefeld zu machen. Gleich dachte ich an, auf dem Flyer das Ladyfest kurz zu erwähnen und etwas Geld dorthin zu spenden, so wie wir es bisher auch ganz lieblos bei Soli-Anfragen gemacht haben. Damit lag ich aber komplett falsch.

Chill-Out-Zone und Teil der Ausstellung
Chill-Out-Zone und Teil der Ausstellung

Ladyfest, was ist das eigentlich? Ein unkommerzielles, feministisches DIY-Spektakel. Daher hatten die "Ladies", welche eigentlich riesig Lust haben, ein "eigenes" Ladyfest hier zu veranstalten, auch vor, eine Veranstaltung zu organisieren, wo viele Menschen, vor allem Frauen, selber was auf die Beine stellen können.

So bahnte sich ein "Event" an, mit Ausstellungen, Vortrag (Frauen in der Hardcore- und Punk-Szene), Bücher-, Zine- und Plattentischen, Konzerten und Crossdressing-Room (exchange your gender easily), sowie leckeren Getränken und anderen veganen Köstlichkeiten. Von Seiten der Genderterror kam die Idee mit einer zweiten Tanzfläche. Mehrmalige Treffen, Planen, Bands anschreiben und Interessierte ansprechen mündeten in einer Woche Aufbau und "woosh", da war sie, groß und pink, die genderterror-ladyfestsoli.

Da ich mich viel um die "unsichtbaren" Teile der Veranstaltung kümmerte, war ich total überrascht, als sich das AZ (was wir fast gänzlich in Anspruch genommen hatten) mit dem ganzen "Content" füllte. Hier standen Tische mit Leckereien, dort wurden Platten und Bücher ausgelegt, an fast jeder freien Stelle wurden Fotografien und Bilder aufgehängt. Die Bands lagerten ihr Equipment und die "kinky klon kingz" besprachen sich in der Werkstatt. Die Scheinwerfer beleuchteten die Diskokugel und die DJ/anes bauten ihre Platten auf.

Zudem war es ein cooles Erlebnis zu sehen, wie sich das AZ binnen einer Woche nach unseren Wünschen verwandelte. Während die letzten Feinheiten am Licht eingestellt wurden, füllten sich die Räume langsam mit Leuten und ich konnte selbst so außergewöhnlichen Gästen wie Keylime und Iris nicht mehr als einen Moment Aufmerksamkeit schenken. Das einzige, was ich neben einer veganen Leckerei genießen konnte, war Stockholm und als so alles erledigt war, schlief ich auf dem Elektro-Floor auf einer Couch ein.

Was mich an dieser Veranstaltung wirklich begeisterte, war zu sehen, wieviele Leute mithalten und organisierten, Ideen einbrachten und beim Abbau dabei waren. Durch das AZ zu laufen und so unterschiedliche Leute werkeln zu sehen oder trotz der Größe eine absolut relaxte Veranstaltung zu haben, ist schon erfreuend. Positiv war auch das Feedback, auch wenn für manche Tanzwütige, die Konzerte sich zu lange hinzogen.

Ich muß auch gestehen, dass ich von dem Abend "high" war (natürlich ohne Zuhilfenahme externen Substanzen) und am Samstag trotz wenig Schlaf kaum zur Ruhe kam.

Svenja hat bei Flickr ein paar Bilder online gestellt. Bei soviel Spaß kann mensch nur auf ein Ladyfest Mülheim hoffen. Großen Dank vor allem an die "Ladies", aber auch allen anderen fleißigen HelferInnen.

An dieser Stelle nochmal Sorry an Stockholm für die vergessene Monitor-Box und an Sil aka "DJ Monster Truck" für die unbarmherzige Technik.

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Mon, 15 Aug 2005

Ljubljana

Yuhu! Gestern bin nach einer langen Nachtzugreise via Billigflieger aus Berlin-Schönefeld in Ljubljana angekommen. Eine sehr nette Stadt. Eigentlich hatte ich ja nicht vor aus dem Urlaub zu Bloggen, aber freies Internet in der Jugendherberge mit putty direkt auf dem Desktop verführte doch zu stark.

Viel berichten will ich eigentlich auch nicht, da hinter mir eine Horde von weiteren Internetsüchtlingen sitzt. Gestern sind wir durch die Stadt geschlendert und haben hauptsächlich Schlaf nachgeholt. Heute werden wir uns auf der Karte einen schönen See oder Fluss aussuchen und Ljubljana erstmal verlassen.

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