Ich bade ja gerade im Post-Weihnachten-Konsum-Bad. Und damit meine ich nicht nur das "intelligente Universal-Batterieladegerät" mit Ladeschlusserkennung nach "Minus Delta U" vom nördlichen Albrecht-Bruder, dem sogar Mira zu Füssen liegt.

Nein, die Versand- und Einzelhändler meines Vertrauens haben noch mehr spannende Waren in Ihren Regalen. Und in diesen schwierigen Zeiten muss mensch ja die heimische wie globale Wirtschaft unterstützen...

Bluetooth-Tastatur

Zunächst sei da eine Erweiterung zum Nokia N810 Internet Tablet erwähnt. Letzteres lässt jeden Netbook-Furz angesichts 8-10 Stunden realer Nutzzeit und einwöchigem Online-Standby (also angemeldet im WLAN, Jabber-Nachrichten und E-Mails empfangend) recht alt aussehen und das bei akzeptablen Performance-Verlust. Auch die Offenheit des auf Debian basierendem Maemo (Linux) ist etwas wovon iPhone-Jünger nur träumen können, auch wenn Nokia hier noch etwas konsequenter sein könnte. Aber nicht nur der Speicher ist klein, auch die Tastatur, und da kann sie noch so elegant unter dem Touchscreen heraus rutschten. Von eben jenem fragwürdigen iPhone-Produzenten ist nun ein Bluetooth Keyboard im Einsatz. Das Pairing war zwar etwas hakelig und die Jungfernfahrt in der Uni eine peinliche Aktion, da N810 und Tastatur sich weigerten miteinander zu kommunizieren, aber nun läuft es wieder. Lustiges Detail: Die Tastatur ist fast genau viermal so gross wie das "Muttergerät".

Nokia N810 Internet Tablet und
Apple Wireless Keyboard

Als Anregung zur Einrichtung verwendete ich die Anleitungen von Sean Luke und Martin Schütte. Leider wählt das Nokia bei einer Neuverbindung statt des deutschen Tastatur-Layouts nicht selten die englische Standard-Belegung. Auch konnte ich bisher die cmd-Taste (Windows-Taste am PC, früher Apfel-Taste) nicht überreden als Alt-Taste zu agieren. Hier erstmal mein Keyboard-Layout. Verbesserungs-Vorschläge und Tipps sind natürlich willkommen. Was auch nervt ist eine Automatik bei der Eingabe, die selbst beim Einsatz der Bildschirm-Tastatur einem zeitweise auf den Senkel geht: Nach jedem Punkt wird der erste Buchstabe gross geschrieben. Das weckt unliebsame Erinnerungen an ein Büro-Paket des geliebten Software-Giganten aus Redmond. Aber da liess sie sich abschalten, unter Maemo leider nicht.

Fazit: Mit der Bluetooth Tastatur lassen sich im Zug oder in der Uni längere Texte schnell und bequem eintippen. Aber die Einbindung und der Einsatz könnten noch an einigen Stellen verbessert werden.

USB-Bluetooth-Empfänger

Beim abendlichen Einkauf im Supermarkt entdeckte ich passenderweise ein Bluetooth-USB-Dongle von MSI. Der sogenannte BlueToes (Blauer Zeh) ragt nur wenige Millimeter aus dem USB-Port raus und rüstet den Desktop-Rechner nachträglich und kostengünstig (ca. 8 Euro) mit der Funkttechnik aus. Das Gerät wird von Ubuntu sofort erkannt und findet auch das N810 und das Mobiltelefon. Mit letzterem lassen sich die Daten durch Wammu sogar besser auslesen als über USB. Da ja stabile Systeme nur was für Weicheier sind, habe ich den Bluetooth-Stack durch der aus dem BlueMan-PPA ersetzt, um eben diesen Alternativen Bluetooth-Manager verwenden zu können. Mit diesem konnte ich das W810i dann als Bluetooth-Modem einrichten und via GPRS online gehen. Sehr wichtiger Use-Case für einen Desktop-Rechner, dafür tauscht mensch doch gerne wichtige Systemkomponenten aus.

Outdoor GPS-Empfänger

Was in dieser Auflistung unverzichtbarer Konsumgüter noch fehlt ist das Garmin eTrex H. Es handelt sich dabei um ein GPS-Empfänger der Einsteiger-Klasse und ist mit knapp 80 Euro recht günstig. Es unterstützt weder Land- noch Speicherkarten und ist lediglich mit einem Monochrom-Display und einfachen GPS-Funktionen ausgestattet (Anzeige von Orts-, Zeit- und Bewegungsdaten, Wegaufzeichnung, Wegaufzeichnungen folgen, Navigation zu Wegpunkt über Luftlinie). Diese scheinbaren "Schwächen" sehe ich als Stärken. Das Display verbraucht wenig Strom, es lassen sich herkömmliche AA-Batterien oder Akkus (Gameboy-Größe) verwenden und die 17 Stunden Laufzeit reichen. Auf den kleinen Displays finde ich Karten unübersichtlich und nicht nutzbar und die (Outdoor-)Geräte sind gleich um ein Vielfaches teurer.

Garmin eTrex H mit Anzeige des Satelliten
Empfang (11m Genauigkeit). Empfang im fahrendem RE6 zwischen Bielefeld und Hamm.

Interessant ist aber der "Hochempfindliche GPS Empfänger". Das klang für mich erstmal wie schlechtes Marketing-Neusprech, aber der Empfang ist im Vergleich zum älterem eTrex (ohne H) und auch teureren Modellen wie dem eTrex Legend deutlich besser. Die Position ist schnell gefunden, selbst unter widrigen Umständen. Die Position wird auch im Gebäude oder im Zug angezeigt bei einer Genauigkeit von immerhin 10-20m, teilweise noch besser. Ich denke daraus lässt sich schliessen, dass der Empfang auch im Wald oder in (Strassen-)Schluchten ebenfalls besser ist. Sobald der Schnee abgetaut ist muss natürlich auch die dazugehörige Fahrrad-Halterung getestet werden. Nettes Detail an der Software ist auch eine neue Seite, die einem sechs frei wählbare Werte (Uhrzeit, Geschwindigkeit, KM, etc.) anzeigt. Dieses sollte aber durch ein Firmware-Update auch bei älteren eTrex nutzbar sein. Unverständlich ist nur der serielle Port (RS-232), welcher auch noch nur über eine proprietäre Buchse verwendet werden kann. Das "originale" kostet mal eben über 20 Euro. Daher sei diese gute Selbstbau-Anleitung empfohlen. Adapter von RS-232 auf USB gibt es für ca. 10 Euro und die meisten verrichten auch unter Linux anstandslos ihren Dienst.