Mon, 25 Aug 2008

Was ich Samstags so treibe

Letzten Samstag war ich mit gesus auf der FrOSCon und hatte die Gelegenheit Andrew Tanenbaum zu interviewen. Und dieser kleine Text dabei herausgekommen.

Morgen gehe ich dann wieder um 6:50 Uhr anständig arbeiten...

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Wed, 30 Apr 2008

Inzestfall

Inzestfall, Inzest-Verbrechen - das sind die Bezeichnungen in den Schlagzeilen für die 24 Jahre anhaltende Freiheitsberaubung und mehrfache Vergewaltigung.

Aber warum eigentlich? Ist das eigentlich erschreckende an dem Verbrechen, dass ein Vater mit seiner eigenen Tochter mehrere Kinder zeugt und nicht die ausgeübte massive sexuelle Gewalt und der Freiheitsentzug?

Ich habe keine Meinung zum Thema Inzest und halte das eher für eine moralische Kategorie, welche zumindest in so einem Fall nicht von Belang ist. Ich finde es aber unvorstellbar, was so ein eingesperrt sein bedeutet und dazu noch der sexuellen Gewalt ausgeliefert zu sein. Vierundzwanzig Jahre, kaum länger kann ich mich erinnern. Und wie oft wird er sie wohl vergewaltigt haben? Was interessiert hier noch Inzest.

Und keiner will was bemerkt haben...

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Tue, 25 Dec 2007

"Indiana Jones, natürlich."

Cate Blanchett auf die Frage, wen sie im neusten Indiana Jones-Film am liebsten spielen würde. (Tages-Anzeiger, Zürich)

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Sat, 23 Jun 2007

Genderterror

Fünf Jahre queeres Tanzvergnügen im AZ Mülheim

Vor fast fünf Jahren entstand aus Unmut an vorhandenen queeren/schwul-lesbischen Parties die Genderterror. Im August 2002 organisierten das SchwuBiLe- und FrauenLesben-Referat der Uni Duisburg und Leute aus dem Umfeld des Autonomen Zentrums Mülheim eben dort die erste Genderterror. Die Party sollte unkommerziell sein, eindeutig queer und eine angenehme Atmosphäre bieten. Seit dem findet jeden ersten Freitag im Monat die Genderterror zu einem fairen Preis von 1,50 statt.

Queer? Queer!

Wieder mal so ein Szene-Begriff. Was ist Queer? Angeblich ist der Begriff gar nicht in zwei Seiten zu erklären, ohne ordentlich auf die Nase zu fallen. Queer war im englischsprachigen Raum ein Schimpfwort für Schwule, Lesben und alles andere, was als "Nicht-Normal" angesehen wurde. Anfang der Neunziger Jahre besetzten AktivistInnen in Amerika den Begriff positiv neu und bezeichneten sich selber als queer. Queer entstand auch aus Unmut an der Schwul-Lesbischen-Lobbyarbeit, welche das Schubladendenken ungewollt festigt und der Minderheits-Politik der Funktionäre. Queer will Normen durchbrechen, statt sie neu zu besetzen. Damit ist sowohl das sexuelle Schubladendenken (Home, Hetero, Bi,...) als auch das Dogma der Zwei-Geschlechter im Visier. Genderterror nennt sich bewusst eine Queer-Party: Menschen jeden Geschlechts und jeder sexuellen Orientierung sollen - fernab jeglicher Geschlechterstereotypen - ungezwungen und vorurteilsfrei zusammenkommen können. Aufs Wesentliche reduziert, ist Genderterror „eine Party für Menschen“. Daher ist jedeR willkommen, der sich auf das queere Denken einlassen kann. Dazu gehört die Ablehnung von Sexismus und Homophobie, aber auch Rassismus und Antisemitismus.

Tanzen

Für das Tanzvergnügen sorgt eine Mischung aus Alternative, Indie, Elektro(-Pop) und Wave. Beliebte Interpreten beim Publikum sind aktuell Bloc Party, The Knife, Deichkind und Goldfrapp; auch die Smiths, New Order und die Sisters stehen auf den Wunschlisten noch immer weit oben. Musik aus der queeren Subkultur wird ebenfalls aufgelegt, etwa Le Tigre oder Lesbians on Ecstasy. Für Tanzfaule und fürs Pausieren gibt es im AZ einen großen Kneipenbereich und bei gutem Wetter auch im Biergarten. Hin und wieder gibt es Specials, mit Live-Acts und Konzerten.

Die Leute hinter der Genderterror

Die Genderterror entwickelte sich schnell zu einer eigenständigen Gruppe die sehr bunt zusammengesetzt ist. Im Laufe der Zeit kamen viele neue Leute hinzu und damit auch viele neue Ideen. Im Laufe der Zeit ist acuh das Publikum der Party auch gewachsen. Von einer kleinen, schnuckeligen Party ist sie zu einer der größeren Veranstlatungen im AZ gewachsen. Das hat nicht nur Vorteile, denn einige homophobe und sexistische Einzelfälle versauten zwischenzeitlich mächtig die Stimmung. Doch die Gruppe traf sich zu eine Projektwochenende im AJZ Bielefeld und überlegte, wie die Gestaltung der Party, vor allem inhaltlich, weitergehen kann. Wie solchen Problemen begegnet werden muss und wie der queere Faktor deutlich und unmissverständlich ausgedrückt werden kann. So wurde etwa Queerparty durch "queere Perversen Party" ersetzt und mit neuer Dekoration der Charakter der Party hervorgehoben. Schilder machen die Gäste darauf aufmerksam, dass solches Verhalten nicht toleriert wird und weisen auf unsere Unterstützung bei Zwischenfällen aufmerksam. Mit einem monatlichen Fanzine werden weitere Inhalte transportiert. Das positive Feedback vom Publikum gibt zu hoffen, dass diese Schritte in die richtige Richtung gehen und die Atmosphäre wieder deutlich besser geworden ist.

Die Genderterror will aber auch keine Trennung zwischen BesucherInnen und Organisatoren. Daher ist nicht nur Hilfe bei Auf- und Abbau, Theke und Kasse willkommen, sondern ebenso kreative Mitarbeit an der Weiterentwicklung der Party, sowie dem Drumherum. Das können Ideen für Aktionen, Dekoration, Fanzine oder was auch immer sein. Wessen Neugier nun geweckt ist kann sich gerne per Mail oder persönlich auf der Party melden.

Mehr drin. Mehr drum.

Genderterror erhebt einen kulturellen und queerpolitischen Anspruch. Neben der eigentlichen Party, werden auch Vorträge und Konzerte mit "queeren" KünstlerInnen organisiert. Über die Zeit hinweg wurden einige queerpolitische Vorträge gehalten und Videodokumentationen gezeigt, etwa die Reportage „Ines und Paul - Ein Leben zwischen den Geschlechtern“ oder der Vortrag „Die ambivalente Emanzipation des Homosexuellen oder Kritik an der Vermarktlichung einer Subkultur“. Konzerte gab es unter anderem mit den Low End Models, Eve Massacre, Lyndsey Cockwell, Stockholm oder Miss Pain.

Genderterror kooperiert gerne auch mit anderen Gruppen. So gibt es seit einem halben Jahr eine Cross-Dressing-Ecke, die von der FrauenKultur-Gruppe des AZ gestaltet wird. Außer der Reihe beteiligte sich die Genderterror an Konzerten mit Lesbians on Ecstacy und Näd Mika oder jüngst mit Ill Ease und Kids on TV. Im Juli 2004 verlagerte Genderterror die Party ausnahmsweise nach Köln, um zusammen mit der dort ansässigen Gruppe Queergestellt die „Sex im Dreck meets Genderterror“ zu feiern. Die Party war der Auftakt zum Offpride, welcher mit politischen Veranstaltungen und Aktionen eine Alternative zum kommerziellen CSD darstellte.

Ein weiteres Beispiel ist das Mini-Festival Ladyfest meets Genderterror“ im August 2005. Gemeinsam mit der Soligruppe wurde so Geld für das Ladyfest Bielefeld gesammelt. Aus dieser Aktion entstand auch eine langfristige Freundschaft mit weiteren regelmäßigen Kooperationen.

Und Demnächst

Im Juli steht erstmal ein Vortrag mit Anne Koch-Rein über "Frau-zu-Mann"-Körper in der transgender Fotografie an. Aus der Beschreibung: "Seit etwa Mitte der 1990er gibt es eine Welle von transgender Fotografie, die sich der Visualisierung von Frau-zu-Mann-Körpern widmet. Als (sub-)kulturelle Praxis werden hier Fragen von Selbst-Repräsentation, Sichtbarkeit, Passing und Community verhandelt. Der Vortrag wird entsprechenden Strategien mit Beispielen aus dem fotografischen Werk von Loren Cameron, Del LaGrace Volcano und Dean Kotula nachgehen."

Und im August heißt es fünf Jahre Genderterror feiern. Dazu wurde Kevin Blechdom eingeladen. Ihre Musik mit einem Crossover aus Banjo und massiven Elektroklängen, coolen Lyrics und einer abgefahrenen Bühnenshow. Sie bringt noch Besuch mit, es wird sicherlich ein denkwürdig, aber vergnüglicher Abend. Es lauern sicherlich noch einige weitere Überraschungen, die jetzt noch nicht abzusehen sind.

Doch dann ist nicht Schluss. Viele weitere Ideen stehen noch an und warten auf Umsetzung. Die Genderterror wird sich auch weiterhin kontinuierlich weiterentwickeln. Nicht zuletzt die neuen Leute, welche sich von den kürzlichen Aktionen angesprochen haben, werden dafür sorgen.

Die Genderterror findet jeden ersten Freitag im Monat statt. Beginn ist meist um 22 Uhr und der Eintritt kostet 1,50 Eur. Weitere Infos finden sich auf http://www.genderterror.de.

Dieser Artikel wurde im Juni 2007 für die "Barrikade Nachrichten", Ausgabe Sommer 2007 geschrieben. Die Barrikade Nachrichten sind mindestens in der Barrikade Moers erhältlich, und dass für lau.

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Tue, 13 Feb 2007

Filmschau Nachtrag: Die tödliche Maria

Am Wochenende war ich endlich die Stimmung dieses Frühwerk von Tom Tykwer anzusehen. Welch eine Schande, dass ich diesen Film erst so spät entdeckte. Es gibt wirklich einige deutliche stilistische und symbolische Paralellen zu "Lola rennt" und sogar eine witzige Exaktheit (verrate ich natürlich nicht). Drei großartige SchauspielerInnen schmücken den Film: Joachim Król, Katja Studt und Nina Petri (aber auch Juliane Heinmann spielt die junge Maria toll). Der Film hat teilweise was Sureales, dass mich ein Hauch an "Naked Lunch" (ganz wenig nur, bitte nun keine falschen Erwartungen) erinnerte.

Der Film handelt von Maria, welche eigentlich immer in einer eingeengten Wohnung mit Ihrem Vater lebte und später eben dort zusätzlich noch mit ihrem späteren Ehemann. Mit diesem wurde Maria durch ihren Vater "verkuppelt" oder besser gesagt genötigt ihn zu heiraten. Dieser Gatte ist ein großes Arschloch und auch dem Vater kann trotz seiner durch einen Schlaganfall bedingten Bettlägrigkeit kaum Mitleid, geschweige denn Sympathie, zugestanden werden. Der Film handelt von emotionaler Abhängigkeit, Ausnutzung dieser Abhängigkeit bis zum äußersten, aber auch der Umgang, die tägliche Verarbeitung und der langsame, kleine, versteckte Widerstand, bis hin zum Aufwachen aus diesem Alptraum.

Maria hat einen Leben nach der Uhr. Morgens um Viertel nach sechs steht Frühstück und Kaffee für Ihren Mann bereit, bei seiner Heimkehr erwartet dieser ein warmes Essen. In der Zwischenzeit nervt ihr Vater, den sie trotz allem fürsorglich pflegt und er nur Undankbarkeit übrig hat. Ihre spärliche Freiheit besteht im Schreiben von Briefen, welche sie aber nur hinter die Kommode einwirft. Natürlich ist das nur der Ausgangspunkt und der Film beschreibt den Ausbruch aus dieser Enge. Auch spielt der Nachbar von Gegenüber eine Rolle, zudem sie anfänglich nur Blickkontakt hat.

Über Marias Geschichte erfährt mensch nur langsam etwas. In Rückblenden erlangen nicht nur die Zuschauer Informationen, was eigentlich passiert ist. Was die Nähe schafft ist nicht nur diese Frage, nach dem wie, sondern wie Marias Biografie und Lebenslage präsentiert wird. Der Film ist voller Zeichen, was bei Tykwer ja nicht verwunderlich ist. Der Klang, also die Geräuschkulisse, die Farben, das Licht, Schnitte, Kamerafahrten und viele kleine Details werden so auf äußerste eingesetzt und schaffen eine unheimlich packende Atmosphäre, welche, wie bereits angedeutet, gar ins Surreale abtaucht.

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Mail-Icon Keywan Najafi Tonekaboni