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<title>prometoys pamphlet blog   </title>
<link>http://www.prometoys.net/blog</link>
<description>muntere Gedanken häppchenweise</description>
<language>de</language>
<item>
  <title>BmO</title>
  <link>http://www.prometoys.net/blog/media/BmO.html</link>
  <description><![CDATA[
<p>
Jede Branche hat ein eigenes Jargon, so auch der Radio-Bereich. Die genannte
Abkürzung steht für <em>"Beitrag mit O-Ton"</em>. Huch jetzt wird es fast,
rekursiv. Bevor ich Euch weiter langweile, lauscht doch einfach die Beiträge,
welche ich für unser Campusradio <a href="http://www.radiohertz.de">Hertz
87.9</a> produziert habe:
<p>
<ul>
<li><a href="/downloads/hertz87.9-bmo-knight_rider_theme.mp3">Knight Rider Theme</a></li>
<li><a href="/downloads/hertz87.9-bmo-vince-stefan_kopp.mp3">Vince, ein virtueller Agent</a></li>
<li><a href="/downloads/hertz87.9-bmo-dradio_wissen.mp3">DRadio Wissen</a></li>
</ul>

]]></description>
</item>

<item>
  <title>Die U-Bahn als Oper</title>
  <link>http://www.prometoys.net/blog/media/Die_U-Bahn_als_Oper.html</link>
  <description><![CDATA[
<p>
Als Bernadette auf einem Konzert ihre Mitarbeit an einer Oper am Eichbaum
ankündigte, da haben <a
href="http://takatukaland.wordpress.com">Takatukaland</a> und ich nicht
schlecht gestaunt. Ist Eichbaum nicht die abgefuckteste Haltestelle in Mülheim,
welche als Negativ-Beispiel von den heimischen Verkehrsbetrieben in der ganzen
Stadt auf den Vandalismus-Plakaten an den Pranger gestellt wird?
</p>
<h3>Eichbaumoper</h3>
<p class="pic">
<a href="/images/aushang.jpg">
<img src="/images/aushang-small.jpg" alt="Aushang zur Eichbaumoper neben den
     Haltestellen-Informationen" title="Zum Vergrößern anklicken"
     height="240" width="320" />
</a>
</p>
<p>
<a href="http://www.eichbaumoper.de">Eichbaumoper</a> also? Was erwartet uns
da? Eine <em>echte</em> Oper? So ein komisches modernes Zeug? Krach oder Musik
oder beides? Klar ist, die Oper läuft während des Regelbetriebs der Stadtbahn,
wobei der Takt zu solch später Stunde (20:45+X) nicht mehr der dichteste ist.
Für jene, die den Ruhrpott immer noch mit Ignoranz strafen eine kurze
Beschreibung der Location: Die U18 ist eine U-Bahn/Stadtbahn, welche zwischen
Mülheim/Ruhr und Essen fährt, ein gutes Stück  davon inmitten der A40 (also, wo
anders ist ein Grünsteifen in der Mitte, bei uns eine Bahn mit Haltestellen).
</p>
<p class="pic">
<a href="/images/ausgang.jpg">
<img src="/images/ausgang-small.jpg" alt="Ein kleiner Fussgänger-Tunnel, an den
Wänden Graffiti" title="Zum Vergrößern anklicken" height="240" width="320" />
</a>
<br />Einer der Ausgänge
</p>
<p>
Die Haltestelle Eichbaum ist ein wunderbar hässlicher, verwinkelter Bau, kurz
bevor die U18 in die A40 eingefädelt wird. Viel Beton, Metall im
Gefängnis-Barock, umgeben von der A40 und deren Zubringern, verfeinert durch
Graffiti-Tags von Sprayer-Azubis, gelegen in einem der geliebten
Problembezirke. Hier tun sich also Kunstbetriebe aus Gelsenkirchen
(Musiktheater im Revier), Mülheim (Ringlockschuppen) und Essen (Schauspiel),
aber auch Berlin (Raumlabor) zusammen, um in den Vorwehen der Kulturhauptstadt
2010 eine Oper auf die Beine zu stellen. Interagiert die Oper nun mit dem
Stadtteil oder okkupiert das Kunst-Bürgertum mit ihrem Geldbeutel (10-20 Euro
für eine der raren Karten) nur einen weiteren Raum?
</p>
<p class="pic">
<a href="/images/aufbau-lkw.jpg">
<img src="/images/aufbau-lkw-small.jpg" alt="Seitlicher Blick auf die Tribüne.
Rechts die Haltestelle, auf der linken Seite die Autobahn." title="Zum
Vergrößern anklicken" height="240" width="320" />
</a>
<br />Im Hingergrund die A40
</p>
<p>
Während die Tagesschau in ihrem <a
href="http://www.tagesschau.de/kultur/eichbaumoper102.html">Beitrag</a>
suggeriert, die Fahrgäste der U-Bahn würden mit einer Oper überrascht und
könnten spontan aussteigen und diese sich ansehen, sieht es vor Ort doch anders
aus. Besitzer der Eintrittskarten werden mit einem U18-Sonderzug vom Essener
Hirschlandplatz nach Eichbaum gefahren. In diesem Sonderzug findet auch schon
der Beginn des ersten (und, soweit vorab, besten) Teiles statt. Eine ältere
Dame, die einfach an einer späteren Haltestelle (in der Schauspieler umstiegen)
zusteigen wollte, wurde vom Fahrer rausgeschmissen. Ganz dicke Minus-Punkte
dafür.
</p>
<p class="pic">
<a href="/images/tribuene.jpg">
<img src="/images/tribuene-small.jpg" alt="Blick von der Haltestelle auf die
Tribüne." title="Zum Vergrößern anklicken" height="240" width="320" />
</a>
</p>
<p>
Die Freilicht-Bühne ist am Ende des Bahnsteigs, aus der Haltestelle
herausragend, aufgebaut. Als weitere Spielorte dienten noch die Zugangsbrücke
zur Haltestelle, sowie das Dach der selbigen. Der Orchestergraben war hinter
der Bühne unter der Brücke auf dem Bahnsteig sehr elegant platziert. Während
der Oper rauschten LKWs und Autos auf der A40 vorbei sowie überraschend leise
U18-Bahnen.
</p>
<p class="pic">
<a href="/images/songerzug.jpg">
<img src="/images/songerzug-small.jpg" alt="Publikum steigt in die Sonder-U18
Eichbaumoper ein." title="Zum Vergrößern anklicken" height="240" width="320" />
</a>
</p>
<h3>Erster Zug</h3>
<p>
Die Eichbaumoper besteht aus drei kleineren Stücken. Der erste Teil (Die
Entgleisung)beschreibt die Sehnsucht der U-Bahn sich nicht stets fortbewegen zu
müssen und auch einfach mal, wie die zahlreichen Fahrgäste, an einer
Haltestelle aussteigen zu können. Während der Bahnfahrt werden die ersten
kleinen Gechichten erzählt und Bernadette La Hengst und Dong-Won Seo sowie der
Chor erwarten einen schon auf der Eichbaum-haltestelle zum Finale. Musikalisch
und emotional hoch mitreißend.
</p>
<p class="pic">
<a href="/images/africa.jpg">
<img src="/images/africa-small.jpg" alt="Eine Sängerin in der U-Bahn"
title="Zum Vergrößern anklicken" height="240" width="320" />
</a>
<br />Elise Kaufman singt <em>Afrika</em>
</p>
<p class="pic">
<a href="/images/entgleisung.jpg">
<img src="/images/entgleisung-small.jpg" alt="Kleine Bühne am Ende des
Bahnsteigs mit Musikern und Bernadette La Hengst." title="Zum Vergrößern
anklicken" height="240" width="320" />
</a>
<br />Das Finale auf dem Bahnsteig.
</p>
<h3>Zweiter Zug</h3>
<p>
Im zweiten Part (Simon, der Erwählte) wird die Geschichte eines Findelkindes
erzählt, welches von Russland nach Mülheim aufbricht und dort eine Affäre mit
einer Hauswirtin anfängt. Es stellt sich heraus, dass sie seine Mutter ist...
Dem Stück hatte mehr Zeit um seine Geschichte entfalten zu können gut getan,
denn die Story hechtete doch von Szene zu Szene. Zudem kam der Chor nicht so
recht zur Geltung und wirkte zu leise.
</p>
<p class="pic">
<a href="/images/chor.jpg">
<img src="/images/chor-small.jpg" alt="Chor auf der Brücken-Bühne" title="Zum
Vergrößern anklicken" height="240" width="320" />
</a>
<br />Die Hauptbühne zu Beginn...
</p>
<h3>Dritter Zug</h3>
<p>
<em>15 Minuten Gedränge</em> war Name und Programm des dritten Teiles. Die
Bruchstücke von Biographien, welche beim Warten auf die Bahn am Bahnsteig
präsent sind, wurden hier zu einem Geschichten-Wirrwar verwebt. Diese Fragmente
wurden parallel, verschachtelt, ineinander gerückt durch die Opensänger
vertont, während eine Horde von Statisten für die passende unruhige Atmosphäre
sorgt. Aber leider mochte auch hier &ndash; vielleicht auch durch das Spicken
auf die Übertitel (Untertitel, nur halt oben) &ndash; der Funken nicht
überspringen. Vielleicht, wenn die einzelnen Erzähl-Linien (akustisch) besser
zugänglich gewesen wären, hätte der Mischmasch der zusammentreffenden Welten
mehr Eindruck entfaltet.
</p>
<p class="pic">
<a href="/images/abschied.jpg">
<img src="/images/abschied-small.jpg" alt="Mitwirkende auf der Brückenbühne am
Ende der Veranstaltung" title="Zum Vergrößern anklicken" height="240"
width="320" />
</a>
<br />... und am Ende der Oper
</p>
<h3>Und sonst so..?</h3>
<p>
Das mag sich vielleicht etwas negativ anhören, aber trotzdem war dieser (mein
erster) Opernbesuch ein sehr lohnenswerter Abend. Einen besonders interessanten
Aspekt fand ich, die Reaktionen der <em>unfreiwilligen Statisten</em>, also
jenen, die einfach zur U-Bahn wollten, aus dieser ausstiegen, oder einfach nur
vorbeischlenderten, zu beobachten. Zwei junge Frauen, die auf dem Weg zur U18
zwei Minuten neugierig zuschauten, eine Gruppe Jugendlicher, die sich den doch
etwas abstrakten letzten Teil rauchend fast komplett ansahen, ein junger Mann,
der sportlich-cool über das Geländer hüpfte statt die Treppe zu nehmen oder
eine dem Publikum auf dem Weg zur Bahn zuwinkende Jugendliche.
</p>
<p class="pic">
<a href="/images/nebenbuehne.jpg">
<img src="/images/nebenbuehne-small.jpg" alt="" title="Zum Vergrößern
anklicken" height="240" width="320" />
</a>
<br />Die Opernbauhütte, hier als Nebenbühne
</p>
<h3>Die Nachbarn und die Kulturtouristen</h3>
<p>
Auch wenn im letzten Stück ein Chor der Nachbarschaft auftritt, scheint die
Oper an sich doch recht wenig mit dem Raum, welchen sie in Beschlag nimmt, zu
interagieren. Aber das Projekt selbst hat einen Vorlauf, mit Workshops und
Kooperationen mit den Anwonhnern. Es blieb aber nicht dabei, ein paar ansässige
Sprayer zu bitten, den temporären Containerbau stilecht zu gestalten. Es
flossen etwa auch Texte von Anwohnern aus den Songworkshops mit Bernadette in
die Stücke mit ein. Die Website dokumentiert einen ganzen Strauß solcher
Aktionen (Zeitung, Videodreh, Making-Of). Schade nur, dass diese an dem Abend
weitestgehend unsichtbar blieben.
</p>
<h3>DIY-Kunst</h3>
<p>
Warum nicht aber solche Kunst-Aktionen durch eigenes Handeln ergänzen. Während
der Sonderzug-Fahrt etwa laut telefonieren: <em>"Nee, Alter. Geht gerade nicht.
Ich bin in die Oper. Tschüssi."</em> Oder während der Vorstellung einfach vor
den Augen aller an einen der Betonpfeiler zu taggen, während vorne die Sänger
zum Libretto anstimmen. Sich nicht nur zum Statisten abstempeln lassen, sondern
selber etwas beizutragen, auch ausserhalb der gewünschten oder vorhersehbaren
Pfade. Damit meine ich aber nicht, solche Stücke zu stören oder gar zu
sabotieren, sondern auf eine anarchische Art zu ergänzen.
</p>
<h3>Draussen und umsonst</h3>
<p>
Zum Schluss noch der Hinweis, wie das Stück gratis angeschaut werden kann. Seit
einfach gegen kurz vor Neun an der Haltestelle Eichbaum. Wenn der Sonderzug
einfährt, könnt ihr noch (von außen) dem Gesang der U-Bahn im Zug ein wenig
lauschen, sowie Bernadettes Libretto am Bahnsteig selbst. Das Vorspiel, welches
sich während der Fahrt abgespielt hat würdet ihr leider verpassen, aber das ist
nicht weiter schlimm. Das Publikum wird dann nach oben geführt und dort werden
erst die Karten kontrolliert, aber auch nur für den Zugang zur Tribüne. Ihr
könnt vom Rand ohne Probleme die gesamte Bühne einblicken und die
<em>Zaungäste</em> werden auch nicht verscheucht. Drei-Viertel der Oper ist
also gratis zu schauen. Viel Spaß, es lohnt sich.
</p>
<p class="pic">
<a href="/images/eingang-ubahn.jpg">
<img src="/images/eingang-ubahn-small.jpg" alt="" title="Zum Vergrößern
anklicken" height="240" width="320" />
</a>
</p>

]]></description>
</item>

<item>
  <title>Peter Hartz in der Radiokunst</title>
  <link>http://www.prometoys.net/blog/media/Peter_Hartz_in_der_Radiokunst.html</link>
  <description><![CDATA[
<p>
Leider verbinden viele Leute mit Hörspielen die "Drei Fragezeichen" oder gar
Hörbücher wie Harry Potter. Dabei ist das Hörspiel über achtzig Jahre alt und
hat ebenso unterschiedliche Werke hervorgebracht wie andere Kunstformen. Vor dem
Siegeszug des Fernsehens war es neben Theater und Kino eines der zentralen
Unterhaltungsformen. Zu berühmten Hörspielautoren gehören auch etliche
renommierte SchriftstellerInnen wie etwa Heinrich Böll oder Ingeborg Bachmann.
Hörspiel-Formen reichen von Kinderhörspielen, seichten Krimis über
vielschichtige Erzählungen bis hinzu experimenteller Radiokunst. Ich will an
dieser Stelle einige Hörspiele aus jüngster Zeit vorstellen, welche sich mit dem
neuen Wind im beschaulichen Sozialstaat befassen. Ich will aber auch nicht
zu viel verraten, denn ich hoffe, ihr bekommt Lust sie selbst zu hören.
</p>
<h5>Mehrwert / Viva Kaszanka! (Der Mehrwert steigt)</h5>
<p>
In diesen beiden Hörspielen von Tim Staffel spielt die Hauptrolle die
arbeitslose Schauspielerin Viva Vogelsang. In <em>"Mehrwert"</em> wird Viva Vogelsang
von einem Mitarbeiter des Arbeitsministeriums aufgesucht und aufgefordert mit
Hilfe eines Aufnahmegeräts ihren persönlichen Mehrwert nachzuweisen. Dazu
interviewt sie ihre Eltern, Schwester, Freunde, nimmt aber auch Gespräche mit
ihrer Sachbearbeiterin im Arbeitsamt oder ihre ersten Gehversuche bei der
Existensgründung als Geschichten-Erzählerin auf. Wir erfahren einiges über Vivas
Persönlichkeit und ihr Umfeld, doch wird das das Ministerium von ihrem Mehrwert
überzeugen?
</p>
<p>
<em>"Viva Kaszanka!"</em> ist, wie der Untertitel verrät, die Fortsetzung von Mehrwert.
Viva ist diesmal Teil eines europäischen Pilotprojektes "Arbeit und
Sozialhygiene" um den Wert der Familie zu stärken. Als Mitarbeiterin eines
Freizeitparks wohnt sie mit ihrem zugewiesenen polnischem Ehemann (dessen Namen
ich nicht transkribiert bekomme, Jakosz vielleicht?) und Sohn Urs aus der
Schweiz in einer künstlichen Familie zusammenlebt. Es gibt natürlich etliche
Schwierigkeiten, etwa dass Viva verständlicherweise mit dem fremden Jakosz nicht
in einem Zimmer schlafen möchte, aber auch einige Ressentiment ihm gegenüber
hat. Der ganze Versuch wird heimlich überwacht, wobei der Controller Andy nach
und nach durchdreht. Das solch ein absurdes Experiment nur schiefgehen kann,
ist eigentlich offensichtlich. Das Abmühen und "Scheitern" der ProtagonistInnen
ist aber trotzdem hörenswert.
</p>
<h5>Die neue Freundlichkeit / Die Liebespopulistin</h5>
<p>
Till Müller-Klug und Bernadette La Hengst denken den Hartz'chen Gedanken von
"Fordern statt Fördern" konsequent weiter. Der Name des Hörspiels <em>"Die neue
Freundlichkeitet"</em> steht für ein neues Programm um die Sozialschmarotzer mit 
"sanftem" Druck in brave
Leistungsträger der Gesellschaft zu verwandeln. Die SachbearbeiterInnen haben
sich hinter Türen ohne Klinken von den "Kunden" abgeschottet. Die Wartenummern
rattern in einem ungewohnten Tempo durch und alles wird von dem umfassenden
Computersystem "Multijob" überwacht. Doch auch die SachbearbeiterInnen stehen
unter erheblichen Druck. Fällt ihre Vermittlungsquote zu sehr, dann ist auch ihr
Job nicht mehr sicher. Und zwischen zwei Beratungsgesprächen wird stets die
Top-Ten der ArbeitsvermittlerInnen durchgegeben. Der frustrierte Arbeitslose
Bernd &ndash; ausgestattet mit der freundlichen aber nervigen elektronischen Fussfessel
Freddy14, die hochmotivierte "Wartezonen-Forscherin" Holly, die subversive
Musikerin Adriana und die in die Bedrouille geratene Vermittlerin Sylvia bringen
den Laden ordentlich durcheinander bis die Vollbeschäftigungs-Zone verwirklicht
ist. Von 20-Minuten-Beschäftigungen und dem "Arbeits-Los" was eine Niete ist.
</p>
<p>
Die Zusammenarbeit aus <em>"Die neue Freundlichkeitet"</em> haben Bernadette La Hengst
und Tim Müller-Klug mit "Die Liebespopulistin" fortgesetzt. Hier treten in einer
mehrwöchigen Radiosendung die fiese "Flüsterpopulistin" und die nette
"Liebespopulistin" gegeneinander an. Während die Flüsterpopulistin gegen die
Zustände im Schlarafenland des Sozialstaates wettert, versucht die Liebespopulistin dem
Wahnsinn der Arbeit etwas entgegen zusetzen. Dabei sind einige Schmankerle dabei &ndash;
etwa eine fiktive Werbung für die Arbeitsagentur oder wie die
Liebespopulistin in der Kita erklärt, dass eine Existens nicht mit der Geburt
beginnt, sondern der Existensgründung. Im ungewöhnlichen Radio-Duell zieht die
Flüsterpopulistin los, um Sozialhilfe-Empfängern ein schlechtes Gewissen
einzuflüstern, während die Liebespopulistin im Fünf-Sterne-Hotel mittels eines
Flashmobs die Umverteilung des Wohlstands probt. Dabei ist sie der ersten näher
als sie sich wünscht und weiß.
</p>
<h5>Keine Sehnsucht nach Sozialstaat-Romantik</h5>
<p>
Während Tim Staffel den Umbau des Sozialstaats als Negativ-Utopie weiterdenkt
und seine Protagonistin Viva in beklemmende Situationen schickt sind die
Hörspiele von Tim Müller-Klug und Bernadette La Hengst ein wenig radikaler und
stellen den Sinn von Arbeit und Vollbeschäftigung grundsätzlich zur
Disposition. Allen vier Hörspielen ist gemeinsam, dass sie sich nicht die "gute
alte Zeit" herbeisehnen, sondern die aktuellen Geschehnisse durch deren
Karikatur offenlegen. Sie sind weder plump noch versuchen sie eine Lösung den
HörerInnen aufzudrücken. Klar wird: So geht es nicht. Aber was eine Alternative
sein könnte, darüber darf und soll mensch noch selber nachdenken. Ganz nebenbei
lässt sich bei beiden Produktionen hier und da in Bernadettes neues Album
"Machinette" hineinschnuppern und auch der ein oder andere Smash-Hit aus dem
Vorgänger "La Beat" taucht auf.
</p>
<p>
Die vorgestellten Hörspiele sind allesamt vom WDR und zwischen 2006 und diesem
Jahr entstanden. Ich bin mir sicher, dass es auch von anderen Sendeanstalten und
hoffentlich auch unabhängigen Gruppen tolle Hörspiele gibt. Der WDR bietet jeden
Monat Hörspiele kostenlos zum Download an und drei der vorgestellten Hörspiele
waren dabei. Wenn euch die Hörspiele interessieren, ihr aber keine Bezugsquelle
habt, kann ich sie Euch gerne ausleihen. Schreibt mir bitte einfach eine
E-Mail. Darum bitte ich auch, wenn ihr andere interessante Hörspiele kennt,
gerne auch Abseits der großen Produktionen von ARD und Deutschlandradio. 
</p>
<p>
Es gibt noch unzählige weitere tolle Hörspiele, von Klassikern, aus der DDR, zu
anderen Themen, mal lyrischer, mal poppiger, mal politisch. Ich habe mich aber
fürs Erste auf die Hörspiele zu den Arbeitsmarkt-Reformen beschränkt, so bleibt
mir auch ein roter Faden. Ich werde an dieser Stelle regelmäßig über weitere 
Hörspiele schreiben. Für Tipps bin ich immer aufgeschlossen. Nun viel Spaß beim 
hören.
</p>
<h5>Link-Tipp:</h5>
<p>
<a href="http://www.wdr.de/radio/home/downloadportal/download_hoerspiel.phtml">WDR Hörspiele herunterladen (monatlich wechselnd)</a>
</p>

]]></description>
</item>

<item>
  <title>Die Kommunistin und die Kaiserin</title>
  <link>http://www.prometoys.net/blog/media/Die_Kommunistin_und_die_Kaiserin.html</link>
  <description><![CDATA[
<p>
Noch Abends habe ich mit meiner Schwester in der Mensa über die
Monarchen-Verherrlichung bei 3sat in 
<a href="http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/begegnungen/gvb/130037/index.html"><em>"Gero von Boehm begegnet ..."</em></a> 
geätzt und was kommt nach den Tagesthemen im 
<a href="http://programm.daserste.de/detail1.asp?id=X000930143&sdatlo=04.02.2009&sender=1&dpointer=32&anzahl=37&ziel=32">Ersten</a>? 
Noch ein 
<a href="http://realreel.se/index.php?mact=MovieIndex,cntnt01,default,0&cntnt01movieid=22&cntnt01type=&cntnt01returnid=53">Film</a> 
zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Farah_Diba">Farah Diba</a>, der
ehemaligen Kaiserin des Irans. Wir beide stöhnen reflexartig auf. Doch was
bekommen wir zu sehen? Ein sehr zwiespältiges und persönliches Portrait.
</p>
<p class="pic-clean" style="background-color:none">
<img src="/images/the_queen_and_i.jpg" alt="Nahid Persson und Farah Diba" 
title="Nahid Persson und Farah Diba" />
</p>
<p>
Die Filmemacherin 
<a href="http://realreel.se/index.php?page=nahid-persson">Nahid Persson</a>, 
eine Exil-Iranerin und ehemalige Kommunistin, die in ihrer Jugend gegen den 
Schah demonstriert und gekämpft hat – also wie viele
IranerInnen an seinem Sturz beteiligt war – besucht Farah Diba in Paris, um über
die letzte Monarchin des Iran ein Film zu machen. Sie begleitet sie in Galerien, 
zu Empfängen und Feiern, zeigt Farah Diba auch im persönlichen Rahmen, etwa 
in ihrer Wohnung oder beim Besuch des Grabes ihrer Tochter und reist mit ihr 
nach Ägypten und Amerika.
</p>
<p>
Aber es ist nicht nur ein Film über die vormalige Kaiserin. Es ist auch ein
Film über die Regisseurin und über den Iran vor, während und nach der
Revolution. Sie erzählt also auch Ihre eigene Geschichte, zum Beispiel über 
ihren mit 17 Jahren exekutierten Bruder, der ebenfalls politisch aktiv war. Aber 
auch über den Widerspruch, den Sie fühlt heute einen Film über die ehemalige 
Kaiserin zu machen. Sie hat doch damals zumindest gegen deren Mann gekämpft, der 
im Iran eine brutale Diktatur aufrecht hielt. Und das sie nicht den Mut 
aufbringt sie offen zur Kritik zu stellen und sich verstellt, um den Film nicht 
zu gefährden.
</p>
<p>
Während wirklich durchgeknallte Schah-Anhänger Nahid ihr Herz mit absurden
Verschwörungstheorien ausschütten kommt diese sich wie eine Hochstaplerin vor. 
Einzig neben Farah Diba – ihrem Idol aus ihrer Kindheit und gleichzeitig der 
<em>"Erzfeindin"</em> ihrer Jugend – scheint sie sich wohlzufühlen.
</p>
<p>
Dieser Film ist ein undogmatischer Umgang mit der Repräsentantin einer brutalen
Monarchie. Nahid Persson ist höflich und meist Passiv im Umgang mit der 
Ex-Kaiserin, aber lässt deren Aussagen nicht unkommentiert, auch wenn sie dies 
meist nicht im Gespräch sondern im Nachhinein aus dem Off vornimmt.
</p>
<p>
Sie zeigt Farah Diba als eigenständige, also als vom Schah unabhängig zu
betrachtende, Frau. Farah Diba kann auch ihren Charme zeigen und die Regisseurin
entwickelt immer mehr Sympathie für sie, aber das ist ihr nicht nur bewusst,
sie thematisiert das auch und der langsame Verlust ihrer kritischen Distanz ist
ihr bewusst. Aber trotz recht freundlicher Darstellung von Farah Diba, zeigt
sie auch, dass die ehemalige Kaiserin letztlich nicht über ihren Schatten
springen kann und die Fehler ihres Mannes und des Regimes, dem sie ja auch
angehörte, zuzugeben.
</p>
<p>
Eigentlich ist es eher das Making-Of des Filmes, den sie drehen wollte. So ist
er zumindest von seiner Struktur aufgebaut. Dieser erzählerische Trick und die
äusserst persönliche Dimension machen den Film zu einem der interessantesten
und spannendsten Dokumentationen die ich bisher gesehen habe.
</p>
<p>
<a href="http://realreel.se/index.php?mact=MovieIndex,cntnt01,default,0&cntnt01movieid=22&cntnt01type=&cntnt01returnid=53">The Queen and I, 2008, Schweden</a>
</p> 

]]></description>
</item>

<item>
  <title>Was ich Samstags so treibe</title>
  <link>http://www.prometoys.net/blog/media/Was_ich_Samstags_so_treibe.html</link>
  <description><![CDATA[
<p>
Letzten Samstag war ich mit <a href="http://gesus.in-berlin.de/blog">gesus</a>
auf der <a href="http://www.froscon.org">FrOSCon</a> und hatte die Gelegenheit
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andrew_S._Tanenbaum">Andrew Tanenbaum</a>
zu interviewen. Und dieser <a href="http://www.heise.de/open/Andrew-Tanenbaums-Minix-3--/artikel/114850">kleine Text</a> ist dabei herausgekommen.
</p>
<p>Morgen gehe ich dann wieder um 6:50 Uhr anständig arbeiten...</p>

]]></description>
</item>

</channel>
</rss>
