Schon mal bei den Solderin' Skaters vorbeigeschaut?
Wed, 07 Jan 2009
Kleinigkeiten notiert in der Schweiz
Eigentlich wollte ich ja aus Zürich bloggen, aber irgendwie konnte ich mich zwischen Christkindlimarkt, Dübendorf und Winterthur pendelnd nicht dazu aufraffen. Hier also eine kleine Sammlung von Beobachtungen
- Beim SBB-Change wartete ich darauf Geld wechseln zu können. Ein älterer Mann wollte Geld via Western Union transferieren. Die Frau am Schalter warnte ihn über Betrugsversuche via Internet und Bargeld-Transfer (Scam) und fragte ihn über die Empfängerin aus. Er war sichtlich beleidigt und meinte empört, dass seien doch nur 1000 Franken und daher würde er die Aufregung nicht verstehen.
- Pärchen schaut sich unsere Figuren in der Auslage an, Frau hält Kleinkind auf dem Arm, Mann wiegt reflexartig den leeren Kinderwagen hin und her.
- Kommentar einer Zehnjährigen zu der Figur "Hebamme": "Meine Nabelschnur war aber nicht so lang"
- Bea tappt in das Standard-Fettnäpfchen und fragt im Migros nach Alkohol. Ich erkläre ihr, dass der Migros-Gründer kein Alkohol und Tabak verkaufen wollte, aber mittlerweile Denner zur Migros gehört, wo es eben diese Sachen zu kaufen gibt. Ihr Kommentar: "Wenn das Herr Migros wüsste"
- Bea entdeckt in unserem Wohnzimmer einen Wandschrank, mit einem Trekking-Rucksack und Anziehsachen. Nach zehn Minuten inspizieren der Goldgrube fällt ihr auf, dass es meine Klamotten sind.
- Sebi, Mira und ich gehen nach einer Wanderung auf dem Uetliberg noch in eine Kneipe. Dort ist es sehr eng und wir sitzen Schulter an Schulter mit anderen Gästen, während Mira unterm Tisch hockt. Plötzlich springt die Frau neben mir erschrocken hoch. Mira war ihr auf den Oberschenkel gesprungen, aber sie dachte im ersten Moment ich hätte sie angegrabscht.
- Von unserer Bude kann man in die Küche des Burger King schauen. Anscheinend war in einem Bahnhofsrestaurant eine Tagung von Mcdonalds-Managern. Dreimal steht eine Zweiergruppe von ihnen bei mir am Stand und beobachtet die Konkurrenz bei der Arbeit.
- Mit Sebi war ich im Engadin. Ab Landquart ging es mit der Rhätischen Bahn (RHB) weiter. Dort gab es ganz witzige touristische Durchsagen auf Deutsch und Englisch. Da das Timing nicht immer passte, wirkten die Ansagen etwas absurd.
- Viele Kinder haben die Figuren nicht als Abbildungen von Berufen, Musikern, Sportlern etc. gesehen, sondern sprachen von "Robotern". Ob dieser Verlust an Phantasie-Vermögen ein weiteres Anzeichen für den Untergang des Abendlandes ist?
- Hier rennen ja sehr viele Soldaten rum, welche sogar das Gewehr mit nach Hause nehmen müssen, um die Wehrfähigkeit der Schweiz zu "garantieren". Wenn an fast jeder Ecke ein Soldat mit seinem Sturmgewehr steht, mit einem MP3-Player oder Burger hantiert, dann fühle ich mich, als sei hier ein Bürgerkrieg. Sebi versicherte mir, dass jederzeit ein solcher ausbrechen würde oder die imperialistischen EU-Truppen würden über die Schweiz herfallen, wenn nicht jeder Mann Haus und Hof verteidigen würde.
- Zum ersten Mal sehe ich auf der Sihl-Post Leute Massenhaft Weihnachtspost schreiben oder frankieren. Kistenweise schicke Umschläge und 25 Minuten Wartezeit (in der aber von den 14 Schaltern über 150 Wartenummern abgearbeitet werden). Ein paar Tage später (am 23.12) ist ein Mann mit Turban dabei eine Kiste voll Weihnachtskarten zu schreiben. Ihm kommen Zweifel auf und er fragt eine junge Frau, ob es unhöflich sei Karten zu spät abzuschicken. Sie überlegt und antwortet lächelnd "Neiiin!".
Kommentare:
Sehr witzig. Am Besten fand ich das Mädchen mit dem Kommentar zur Nabelschnurr.
Geschrieben von parisa (Thu Jan 8 20:19:24 2009)
Schon mal bei den

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Saturn